1955 - 2005
Unser VaterOur Father
Er war ein verschlossener, freundlicher Mann, der seine Gefühle in Bildern ausdrückte. Die haben wir erst so wirklich nach seinem Ableben in Gänze anschauen können. Hier und da entstaubt, sortiert und auf einem Lichttisch fotografiert. Viele Jahre lagen die Dateien in einem Ordner auf dem Computer. Die Originale lagern größtenteils nun in Berlin. Einige sind verliehen oder verschenkt. Ob noch andere aus der früheren Lebenszeit im Lande verteilt sind, wissen wir nicht.
Er war nie sehr darauf bedacht, die Bilder der Öffentlichkeit zu zeigen. Er war bestimmt auch unsicher, was wirklich relevant wäre. Einiges sind Skizzen und zeigen deutlich seine innere Unsicherheit. Einiges hat wirklich echte Qualität und ist Zeitzeugnis aus der nordischen Bundesrepublik. Die Bilder zeigen das Suchen im Verborgenen. Der Künstler sollte mal Architekt werden und wollte aber immer lieber in der Natur zeichnen.
Ob er heute diese Website für gut befunden hätte, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass er die wohlwollende Auseinandersetzung mit Menschen gemieden hatte — und wir nun an seiner Statt und für uns selbst handeln dürfen. Denn wir Kinder erben nicht nur das Papier, sondern auch die Gefühle. Und die sollen nicht einfach verstauben, sonst bleiben sie im Unklaren.
Jede Familie hat ihre Vergangenheit, und unsere ist teilweise die eines verschlossenen Künstlers. Hier können wir nun die nordische Welt unseres pfeiferauchenden und bauenden Kunstlehrer-Vaters lebendig werden lassen. Wir bringen somit posthum die Welt zum Leben — was oft fehlte. Vom passiven Beobachten zum aktiven Kind. Das macht Spaß. Und es sieht sogar ganz gut aus.
Joscha, Berlin Juni 2026
He was a reserved, friendly man who expressed his feelings in pictures. Only after his death could we really look at them in full. Here and there we dusted them off, sorted them, and photographed them on a light table. For many years the files sat in a folder on the computer. Most of the originals are now stored in Berlin. Some are on loan or have been given away. We do not know whether others from his earlier life are still scattered across the country.
He was never very concerned with showing his work to the public. He was certainly unsure what would truly matter. Some pieces are sketches that clearly show his inner uncertainty. Others have real quality and are a testament to their time in northern West Germany. The pictures show a search in the concealed. The artist was supposed to become an architect but always preferred to draw in nature.
We do not know whether he would have approved of this website today. But we know that he shunned benevolent engagement with people — and that we may now act in his place and for ourselves. As children we inherit not only the paper, but also the feelings. And they should not simply gather dust, or they remain unclear.
Every family has its past, and ours is partly that of a reserved artist. Here we can now bring the northern world of our pipe-smoking, building art-teacher father to life. We thereby revive his world posthumously — something that was often missing. From passive observation to active child. It is fun. And it even looks quite good.
Joscha, Berlin June 2026